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Quälende Schmerzen müssen nicht sein
Was ist
Schmerz?
Schmerz ist ein Alarmzeichen des Körpers. Er signalisiert Gefahr.
Das ist sein ursprünglicher Sinn.
Und Schmerz ist eine Empfindung, eine sehr subjektive.
Das ist eine Chance.
Wie entsteht Schmerz?
Unendlich viele Gründe können einen Schmerzreiz auslösen: Verletzungen, Verbrennungen,
Kälte, Durchblutungsstörungen, Entzündungen, Verschleiß oder Verkrampfungen und
Verspannungen.
Diese Reize werden von Rezeptoren erfaßt und von den Nerven an das Gehirn weitergeleitet.
Das dortige Schmerz-Zentrum verarbeitet die Informationen und gibt Anweisung, wie sich der
Körper zu verhalten hat.
Länger dauernde Schmerzreize rufen bleibende Veränderungen an den Nervenzellen des
Schmerz-Zentrums hervor, das Schmerzgedächtnis bildet sich aus mit der
Folge, dass schon geringste Reize für eine starke Schmerzempfindung ausreichen.
Welches sind die Ursachen der häufigsten Schmerzen?
Der erste aufrechte Schritt unserer Vorfahren brachte die von der Natur kunstvoll
erarbeitete Statik des nunmehr menschlichen Körpers durcheinander: Statt auf vier ruhte
das Körpergewicht plötzlich nur noch auf zwei Extremitäten, und die Wirbelsäule wurde
von einer ganz andern Seite als ursprünglich geplant belastet. Das bedeutet
beschleunigten Verschleiß der Wirbelsäule und der Hüft-, Knie- und Fußgelenke.
Solange die Lebensumstände zu ständiger körperlicher Aktivität zwangen, kompensierten
gut ausgebildete Muskulatur und straffe Bänder diesen Mangel einigermaßen. Das träge
Leben der Hochzivilisation beseitigt auch diesen Ausgleich.
Rücken- und Gelenkbeschwerden stehen deshalb mit Abstand an erster
Stelle der Häufigkeit. Eine große Rolle neben Verschleiß und Fehlhaltung spielt die
psychische Belastung. Sie ist die Hauptursache von schmerzhaften Verspannungen.
An zweiter Stelle stehen die Kopfschmerzen, v.a. die Migräne,
Ausdruck unserer auf Leistung und Anspannung ausgerichteten Lebensweise.
Dazu dürfen wir getrost auch einen Großteil der Herz- oder Brustschmerzen
zählen.
Ebenso Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen, diese zusätzlich auch im
Zusammenhang mit einer nicht immer natürlichen Ernährung.
Leider immer noch zu häufig ist der Tumorschmerz, besonders in den
späten Phasen der Erkrankung.
Was kann man gegen Schmerzen tun?
Natürlich steht am Anfang die Suche nach der Schmerzursache. Erst dann können wir
festgelegen, welche Behandlungen erforderlich sind oder inwieweit sich andere Konsequenzen
wie Veränderungen der Lebensführung ergeben.
Auch in der Schmerztherapie sind die nichtmedikamentösen und naturheilkundlichen
Methoden die Basis wie Beratung, Entspannungs- oder Physio- und
Bewegungstherapie. Die Behandlung chronischer Schmerzen ohne ein begleitendes
Entspannungsverfahren ist zum Scheitern verurteilt.
Wir nutzen außerdem die segensreiche Wirkung der Thermalquellen und stellen daneben das
aktive Training und Entspannungsverfahren in den Vordergrund wie Neurolinguistisches
Programmieren oder Autogenes Training - s. auch Anti-Stress-Programm.
Besonders gut sind die Ergebnisse bei Migräne und Spannungskopfschmerz. Wenn es sein
muß, werden Medikamente eingesetzt und/oder Injektions- und Infusionsbehandlungen.
Die therapeutische Lokalanästhesie
Das ist ein Verfahren, das sich besonders bei akuten starken Schmerzen des
Bewegungsapparates und bei bestimmten Kopfschmerzen bewährt. Dabei geben wir mit einer
hauchdünnen Nadel ein lang wirksames örtliches Betäubungsmittel unmittelbar an die die
Schmerzen verursachenden oder leitenden Nerven oder in die Schmerzpunkte. Bei längerer
Anwendung kann so auch das Schmerzgedächtnis ausgeschaltet werden.
Medikamente gegen Schmerzen -eine Auswahl-
Wegen des unterschiedlichen Wirkungsansatzes der Medikamente unterscheiden wir peripher
wirksame, zentrale und schmerzdistanzierende.
Peripher wirkende Medikamente:
Diese wirken am Ort der Schmerzen. Sie sind schmerzlindernd, entzündungshemmend und meist
auch fiebersenkend.
Zu den pflanzlichen Wirkstoffen gehören: Die Weidenrinde,
deren Wirkstoff identisch ist mit Aspirin, die Teufelskralle, die eher
wie Voltaren wirkt und die Brennessel. Im Mutterkorn ist
das gegen Migräne hilfreiche Ergotamin enthalten. Aber Vorsicht: Bei zu langem Gebrauch
kann es Gefäßschäden geben. Cayenne-Pfeffer wird mit gutem Erfolg
gegen Nervenschmerzen eingesetzt.
Die bekanntesten synthetischen Medikamente sind Aspirin
bzw. ASS, Paracetamol, dieses oft kombiniert mit Koffein, dann das Diclofenac
und das Ibuprofen. Sie waren bisher wegen der Haupt-Nebenwirkungen, vor
allem auf den Magen, zur Dauerbehandlung ungeeignet, zumal sie dann selbst auch den
Medikamenten-Kopfschmerz hervorrufen können. Ihre Weiterentwicklungen (z.B. Vioxx,
Celebrex) versprechen mehr.
Zentral wirksame Schmerzmittel:
Sie dämpfen die Schmerzempfindung im Gehirn. Die mit Abstand wichtigste Gruppe ist die
der Opiate. Sie sind vergleichsweise nebenwirkungsarm und haben bei
richtiger Dosierung kein suchtauslösendes Potenzial. Bekannteste Vertreter sind neben dem
Morphium Tramal und Valoron.
Schmerzdistanzierende Medikamente:
Chronische Schmerzen stellen eine erhebliche psychische Belastung dar, deshalb ist die
häufige Kombination mit depressiver Verstimmung verständlich. Diese wiederum verstärkt
das subjektive Schmerzempfinden. Die zu dieser Gruppe gehörenden Medikamente sind vor
allem Anti-Depressiva. Sie vermindern den Leidensdruck und befreien die Betroffenen vom
Gefühl des Ausgeliefertseins.
Fazit: Die moderne Schmerztherapie hat ihre Möglichkeiten gerade in
jüngster Zeit erheblich verbessern können, und sie ist erfolgreicher geworden.
Jeder, der unter chronischen Schmerzen leidet, sollte die neuen Chancen auch nutzen.
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